Leserbewertungen:
Mogadischu
Der Thriller von Timo Kortner ist angenehm und spannend zu lesen, er verbindet die Geschehnisse im Flugzeug, in den Towern der Flughäfen und in Bonn packend miteinander. Am Ende kommt dabei eine schöne, kein bisschen langweilige Geschichtsstunde raus, die ich nur empfehlen kann.
Man muss nur beachten:
Dies ist kein Sach- oder Geschichtsbuch über die Entführung der Landshut, sondern ein ROMAN, der aber nah an den historischen Tatsachen bleibt.
Für eine wissenschaftliche Forschung in dem Thema der Entführung der Landshut ist er weder ausgelegt noch geeignet. Für jemanden, der sich aber nebenbei etwas Wissen gönnen möchte, ist dieses Buch wunderbar.
Schöne Grüße
Mogadischu
Die Art und Weise, wie Kortner zwei Ebenen miteinander verbindet ist faszinierend und erlösend zugleich. Dadurch, dass er immer wieder auf die Vorgänge in Deutschland zurückgreift, holt er den Leser immer wieder aus der unerträglichen Situation an Bord. Aber diese Verschnaufpausen sind nie von langer Dauer. Kaum ist man in der Welt der Diplomatie, befindet man sich nur wenige Seiten und genauso wenige Leseminuten später wieder mehrere Flugstunden entfernt in der arabischen Wüste im Kampf um das blanke Überleben. Je weiter sich das Buch dem Höhepunkt nähert um so höher wird die Herzfrequenz, obwohl man schon mit dem ersten Wort, das man liest weiß, wie das Buch enden wird. Die Spannung bleibt, vom ersten bis zum letzten Wort und weicht der Erleichterung im Epilog. Kortner macht die Todesangst, die Verzweiflung, die Trauer aber auch den Zorn auf die Regierenden in Bonn, die die Geiseln scheinbar ihrem Schicksal überlassen, greif- und spürbar. Ein Buch, dass man mit Sicherheit nicht freiwillig aus der Hand legt.