Die Stadt - Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Die Stadt Landshut entwickelte sich aus drei Siedlungskernen: Am höchsten Punkt des Steilhanges über der Isar, auf einer Höhe von über 500 m ü. NN, thront die Burg Trausnitz, deren Vorläufer bereits seit dem Jahr 1150 erwähnt sind und als Hut und Schutz des Landes der zukünftigen Stadt an der Isar ihren Namen geben sollte. Die ältesten Teile der heute noch stehenden Wehranlage stammen noch aus der Zeit der Stadtgründung von 1204. Über Jahrhunderte hinweg Sitz der Wittelsbacher, erfuhr die Burganlage bis in das späte 16. Jahrhundert zahlreiche Um- und Ausbauten zum Schloss mit Laubengang. In den 1870er-Jahren ließ König Ludwig II. zahlreiche Räume der Anlage prunkvoll verzieren und ausstatten. Am 21. Oktober 1961 fielen jedoch Teile der Burgeinrichtung einem Großbrand zum Opfer.
Zu Füßen der Festungsanlage wurde ab 1380 mit der Errichtung der gotischen St. Martinskirche unter Hans von Burghausen begonnen, nachdem das vorherige Gotteshaus infolge des großen Stadtbrandes von 1342 drei Meter unterhalb des Stadtzentrums lag. Vollendet wurde das vollständig aus Backstein bestehende Gebäude jedoch erst im Jahr 1500. Einer Sage nach wollten die reichen Landshuter Stadtbewohner den Herzögen auf der Burg bis in die Suppenschüssel sehen können, ihnen also auf „Augenhöhe“ begegnen können. Das Resultat aus diesem Wunsch ist heute noch am eindrucksvollen Kirchturm von St. Martin, der mit einer Höhe von 130,6 m den höchsten Backsteinturm der Erde sowie einen der höchsten Kirchtürme überhaupt darstellt, zu erkennen. Im Jahr 2001 wurde die Stiftskirche des Kollegiatstifts St. Kastulus zur Basilica minor erhoben und wird seitdem als „Stiftsbasilika“ bezeichnet.
Zusammen mit der 1461 vollendeten Heilig-Geist-Kirche grenzt sie die von gotischen Bürgerhäusern eingerahmte Altstadt ein, einen der breitesten Straßenmärkte überhaupt, der zu den großartigsten Straßen- und Platzanlagen Deutschlands zählt. Wenige Meter weiter östlich schließt sich bereits der nächste – unter dem Namen „Neustadt“ bekannte – Straßenmarkt an und wiederum östlich davon schließt sich die platzartige „Freyung“ an. Dort befindet sich mit der 1338 erstmals erwähnten Jodokskirche eine der besterhaltenen Backsteinkirchen ihrer Zeit. Wie auch die Heilig-Geist-Kirche zählt sie zu den berühmtesten Vertretern der gotischen „Stethaimer-Schule“ um Hans von Burghausen. Um diese drei wichtigen Plätze, aus denen Landshut im Spätmittelalter bestand, vor Feinden zu schützen, wurde um die gesamte Stadt ein ausladendes System an Mauern und Gräben gezogen. Mit zahlreichen Wachtürmen versehen, wurde die Schutzmauer nur an acht Stellen durchbrochen, an denen prunkvolle Stadttore Zugang zur Stadt an der Isar gewährten. Aufgrund eines vom Drechslermeister Jakob Sandtner angefertigten Stadtmodells von 1570 sind von den Befestigungsanlagen noch zahlreiche Details bekannt. Von den insgesamt acht historischen Stadttoren überstand nur eines, das Ländtor, die Zeit der aufkeimenden Industrialisierung des 19. Jahrhunderts, als das immer größere Verkehrsaufkommen als Grund diente, jahrhundertealte, kunstvolle Architektur fast vollständig zu beseitigen. Bis ins Jahr 1809 nämlich war die Stadt noch vollständig von Befestigungsanlagen umgeben, bis mit dem Abriss des „Blauen Turms“ ein erstes Loch in den Mauerring gesprengt wurde. Neben dem Ländtor existieren noch ein Stockwerk des „Burghauser Tors“, der „Röcklturm“ an der Isarpromenade sowie kleine Teile der ehemaligen Stadtmauer am Orbankai sowie am Hofberg.
Zur Zeit seiner Gründung befand sich das Kloster Seligenthal jenseits der beiden Isararme weit außerhalb des Stadtzentrums und sogar außerhalb des Befestigungsringes. Die Anlage wurde bereits im Jahr 1232 von Ludmilla, Witwe Ludwigs I. des Kelheimers, des Stadtgründers von Landshut, gegründet. Im 18. Jahrhundert wurde das Kloster der Zisterzienserinnen im Rokoko-Stil umgebaut, bevor es im Zuge der Säkularisation – wie auch die anderen Landshuter Klöster – aufgelöst wurde. Seligenthal jedoch wurde 1836 unter Ludwig I. von Bayern wiedererrichtet. Heute liegt die Anlage beinahe im Stadtzentrum. Daneben existiert in Landshut noch das Sankt-Joseph-Kloster der Ursulinen. Sehenswert sind weiterhin einige ehemalige Klöster samt ihren Klosterkirchen (zum Beispiel die Jesuitenkirche St. Ignatius in der Neustadt oder die Dominikanerkirche St. Blasius). Zu den Klosteranlagen gehören das Dominikanerkloster, das heute die Regierung von Niederbayern beherbergt, das Heilig-Geist-Spital (heute Alten- und Pflegeheim), das bereits im 13. Jahrhundert mit Seligenthal vereinigt wurde, das Kapuzinerkloster, das Maria-Loreto-Kloster, das seit 2002 von der rumänisch-orthodoxen Kirche genutzt wird, sowie das Kloster Sankt Peter und Paul.
Im historischen Stadtzentrum befinden sich zahlreiche weitere Wahrzeichen der Stadt – neben den unzähligen gotischen Bürgerhäusern, zu denen man zum Beispiel das Mitte des 15. Jahrhunderts errichtete Haus zum Kronprinzen zählen kann, das ab 1505 als herzogliches bzw. kurfürstliches Regierungsgebäude diente und später als Gasthaus genutzt wurde. Weitere bekannte Gebäude sind das Palais Pettenkofer, welches zu Beginn des 17. Jahrhunderts in der Schirmgasse nahe St. Martin erbaut wurde und ab 1870 als „Hofbräuhaus Landshut“ in die Geschichte einging – sowie das „Landschafts-“ oder „Landständehaus“, dessen aufwändig bemalte Fassade in das Jahr 1599 zurückreicht. Während des 16. Jahrhunderts tagten hier die niederbayerischen Landstände. Oberhalb der südlichen Altstadt an den Flanken des Hofbergs wurde 1839 das sogenannte „Balsschlössl“ im Biedermeier-Stil erbaut, das ursprünglich als Bierkeller diente, später, als es zu Ehren Ottos I. in Ottonianum umbenannt wurde, als Internat für Realschüler. Heute ist dort die Jugendherberge der Stadt untergebracht. Inmitten der Altstadt befindet sich das historische Rathaus der Stadt, dessen Ursprünge in das Jahr 1380 zurückreichen, als die Stadt das mittlere des heute aus drei Häusern bestehenden Verwaltungsgebäudes erwarb. Wertvollstes architektonisches Merkmal des Gebäudes ist der „Rathausprunksaal“, in dem seit 1880 Motive der Landshuter Fürstenhochzeit von 1475 zu sehen sind. Unzweifelhaft bekanntester Profanbau der Stadt ist jedoch die Stadtresidenz Landshut, die von 1536 bis 1543 errichtet wurde. Der von Ludwig X. in Auftrag gegebene Bau stellt den ersten Renaissancepalast nördlich der Alpen dar und wurde als Residenz der Wittelsbacher genutzt. Dem „Deutschen Bau“ im Stil der damaligen Zeit zur Altstadt-Seite hin steht der dem Palazzo del Te nachempfundene „Italienische Bau“ an der Rückseite des Gebäudes gegenüber.
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- Regierungsbezirk: Niederbayern
- Landkreis: Kreisfreie Stadt
- Stadtgliederung: 11 Stadtteile bzw. 54 Gemeindeteile
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- Fläche: 65,79 km²
- Breitengrad: 48° 32′ N
- Längengrad: 12° 9′ O
- Postleitzahlen: 84028–84036
- Kfz-Kennzeichen: LA
- Einwohner: ca. 62 629
- Bevölkerungsdichte: 952 Einwohner je km²
- Gemeindeschlüssel: 09 2 61 000
- Adresse der Stadtverwaltung: Altstadt 315
84026 Landshut - Website: www.landshut.de